Himmel6

   Ev.- Luth. Kirchengemeinde Krempe

Aus der Kirchenchronik:                                                                   

Die Geschichte der Kirche bis zur Gegenwart  

Über die Erbauung der alten Kirche finden sich zuverlässige briefliche Urkunden nicht; das Kirchenmissal von 1728 gibt an, daß sie vor etlichen hundert Jahren erbaut und dem heiligen Petrus gewidmet sein soll. Als Erbauungsjahr gilt das Jahr 936.

1. Kremper Kirche fertige GrafikFFF5EE

1497 - 1648

Nachweislich wurde die Kirche 1237 erbaut. Anno 1495 hat diese alte Kirche eine neue Turmspitze erhalten, welche jedoch nochmals anno 1648 zwischen dem 14. und 15. Februar bei einem harten Sturm wieder heruntergeweht und im Jahre 1654 wieder erbaut worden ist. Zu dem Bau schenkte der damals regierende König Friedrich III hundert Eichen aus dem Rendsburger Walde. Im Jahre 1720 wurde dieser Turm einer Reparation unterworfen, deren Kosten sich auf 1350 M. belief.

Das Bild der alten berühmten Kremper Kirche sehen wir auf umstehender Seite; berühmt war, wie schon erwähnt, der schlanke circa 260–280 Fuß hohe Turm und die Glocken. Ein Sprichwort aus alter Zeit lautet: „Kremper Mädchen, Turm und Glocken, können Männer an sich locken.“

2. Kremper Kirche fertige GrafikFFF5EE

1654 - 1814

Die größte Glocke, Maria genannt, ist anno 1506 von Johann Schonenberg und Berend Wonn gegossen. Auf derselben war das Bild St. Petri, mit dem Schlüssel und folg. lateinischer Vers (leider kann ich denselben nur in verstümmelter Form wiedergeben; es ist mir nicht gelungen trotz aller Bemühungen den ursprünglichen autentischen Text zu erlangen resp. wieder herzustellen):

Sum regina Maria sorti Nirgog tonantis, Nempe potens matrona sacri patris sinetata mater; Sterno mansuram qua gero tengire nomen Insidas caleans, astus super bi, Daemonis et rapidas acherontis centero flammas.

Eine überlieferte deutsche Übersetzung lautet: „Ich bin die Königin des Himmels, Maria, und die Jungfrau des Donners. Als die mächtige Herrscherin, des h. Vaters berühmte Mutter(?), vernichte und zertrete ich, indem ich meinen Namen führe, der bleiben wird, die Nachstellungen, List und Ränke des hochmütigen Teufels und lösche die verzehrenden Flammen der Hölle.“

Die zweite Glocke, Antonius genannt, ist ebenfalls 1506 gegossen und trägt folgende Inschrift: „St. Antonius ist mein Nahm, Mein Gelüd‘ sei Gott bequam!“

Über die Zerstörung der alten schönen Kirche lasse ich den Chronisten selbst reden:

„Als im Winter 1813/1814 ein großer Teil Holsteins von feindlichen Armeen besetzt wurde, ward die Kirche zu Krempe von den daselbst anwesenden Schweden zum Heu- und Strohmagazin, wie auch zur Aufbewahrung des Pulvers gebraucht, wo sich denn das Unglück ereignete, dass am 19. Januar 1814 des Abends um 9 Uhr die Kirche in Brand geriet und das ganze Gebäude durch die Explosion des Pulvers in die Luft gesprengt wurde; der große, berühmte Turm aber blieb stehen. Ein Glück für die anliegenden Häuser war, dass erst kurz zuvor eine bedeutende Quantität Pulver weggeführt worden und dass die Kirche sehr starke Mauern hatte, wodurch dann natürlich die größere Kraft sich durch das schwächere Dach Luft machen musste. Sie wurden zwar sehr beschädigt, aber keins war gänzlich zusammengestürzt, und was am meisten zu bewundern, dass kein Mensch dabei ums Leben kam, sogar keiner beschädigt ward. Das wenige Stroh, das am östlichen Ende der Kirche lag, geriet in Brand; es war also anfänglich nur sehr wenig Feuer vorhanden, und hätte von ein paar herzhaften Leuten sehr leicht gelöscht werden können – so sich selbst überlassen wurde es durch den stark wehenden Ostwind aufgeblasen und überall durch die Stühle und das umherliegende Holzwerk bis zum Turm fortgetrieben, wo es dann die zur Orgel führende Treppe und das untere Holzwerk ergriff und dadurch selbige in Brand setzte. Die Feuerspritzen, welche anfänglich sehr vorteilhaft bei dem Kirchensteg postiert waren und also der Flammen leicht Einhalt getan hätten, wurden von hier nach dem Markte geführt, wo sie aber wegen der vor der Kirche stehenden Häuser und des gegen sie anschlagenden Rauches durchaus nicht von Nutzen sein konnten. Das geschah aber nur auf Anraten der Schweden, welche vorgaben, dass im Turm noch viele gefüllte Bomben und Granaten vorhanden, sie also in ersterer Stellung ihres Lebens verlustig sein würden. Ihr wahrscheinlicher Zweck, das schöne Gebäude zu zertrümmern, wurde dann auch durch solche Maßregel am sichersten vernicht.

Natürlich mussten jetzt die Flammen den Turm vollends ergreifen, welcher denn auch bald rundum in lichten Flammen stand, bis er endlich des Nachts um 1 Uhr unter einer furchtbar aufsteigenden Glut zusammenstürzte und vom Winde seitwärts über den Hofplatz und das Gebäude des „Tannenbaums“ geworfen wurde, welches es zur Hälfte niederschlug. Die große Stundenglocke, welche schon einmal 1648, als die Spitze durch Sturm heruntergestürzt wurde, unbeschädigt in eines der an der Nordseite der Kirche angebauten Begräbnisse fiel, lag auch diesmal wiederum unbeschädigt auf dem Hofplatz des „Tannenbaums“. Von den 2 großen, schönen Glocken, welche gewiss in ganz Holstein nirgends von solcher Güte & Größe anzutreffen sind, wurde die größte gänzlich vermisst und die andere andere zur Hälfte geschmolzen innerhalb der Turmmauer

Brandkirche 1 Krempe

wieder gefunden. Von der großen ist nie wieder etwas zum Vorschein gekommen, sie ist wohl in dieser furchtbaren Glut gänzlich verbrannt.

Ein großes Glück bei diesem Brande war, dass die Dächer der Häuser stark mit Schnee belegt waren, sonst wäre leicht der westliche Teil der Stadt und ganz Krempdorf ein Raub der Flammen geworden; denn der starke Wind trieb die großen Funken in dichten Massen über die Stadt weg diesem Dorfe zu..“ –

Nun war die Gemeinde ohne Kirche, und sie blieb es viele Jahre hindurch; erst im Jahre 1828 ward der Grundstein zu der neuen Kirche gelegt. In der Zwischenzeit wurde der Gottesdienst in einem gemieteten Saal des Gasthauses Wulf abgehalten – fast 20 Jahre lang!! Der Grund der Verzögerung lag in Differenzen, welche zwischen dem Kirchenbaumeister Bauinspektor Heilmann in Altona und dem Oberbaudirektor Hansen in Kopenhagen ausgebrochen waren besonders um den Bauplatz und das Portal. Unendlich viel wurde hin und her geschrieben, bis endlich nach jahrelangen Bemühungen der Gemeinde der Bauplan genehmigt wurde.

Nun ging es kräftig ans Werk; über die Grundsteinlegung am 27. August 1828 wird folgendes berichtet:

„Des Morgens versammelten sich sämmtliche dazugehörigen Personen, nämlich der Herr Kanzler des Holstein.-Lauenburg. Ober-gerichts Baron von Brockdorf, der Kammerherr und Amtmann des Amtes Steinburg von Levetzow, der Consisterialrat und Kirchenpropst Hudtwalker, das Kirchenpatronat, die Prediger, der Bauinspektor, die Kirchenjuraten, die Aufsichtsmänner, die Meister, auf dem Rathaus, verfügten sich von da um 10 Uhr in Procession zur Interims Kirche, wo ein feierlicher Gottesdienst gehalten wurde.

Die Glocken

Die Kirche hat außer der Stundenglocke zwei Läuteglocken von großer Schönheit und Klangfülle. Die große Glocke wiegt 6312 Pfund, der Klöpfel 1881/2 Pfund, sie trägt den Namen Maria und trägt die Inschrift: Laudo Deum verum, plebem voco, congrego Clerum, Defunetos ploro, nimbum fugo festaque hunoro!                                         Die kleine Glocke wiegt 4335 Pfund, der Klöpfel 101 Pfund, sie heißt Antonius und trägt die Inschrift: Vivas voco, mortuos plango, fulgura frango!                                        Die Glocken wurden feierlichst am 23. 11. 1831 eingeweiht.

Die Einweihung der Kirche fand am 11. November 1832, am 21. Sonntag nach Trinitatis, statt.

Die Kirche besitzt eine vortreffliche Orgel, welche von der Firma Gebrüder Nagel jetzt in Hamburg erbaut ist. Die Heizung ist von der Firma Sachse und Cie. In Halle angelegt u. bewährt sich vortrefflich. Die Glocken, welche einen Sprung bekamen infolge des anhaltenden Läutens für die verst. Kaiserin Auguste, wurden von dem Glockengießer Ohlson in Lübeck tadellos wiederhergestellt. Die Kirche wurde im Jahre 1898 durch den Malermeister Schmahljohann neu gemalt; die Unkosten (3000 M.) wurden durch freiwillige Gaben der Gemeinde aufgebracht. In demselben Jahre wurden aus der Gemeinde der Kirche 3 schöne, echt vergoldete Kronleuchter geschenkt.

1954

Seit dem Raub der Kremper Glocken im zweiten Weltkrieg hat die Gemeinde den Ruf des Geläutes schmerzlich entbehrt. Durch einen Besuch des Pastors in Harburg war es zur Gewissheit geworden, dass die Kremper Glocken zerschlagen und nicht mehr vorhanden waren. Ohne Geläut wollte die Gemeinde aber nicht bleiben. Auch setzte sich der Wunsch durch, dass neue Glocken nicht aus Ersatzmaterial, sondern aus echter Bronze gegossen werden sollten, trotz der höheren Kosten. Der Kirchenvorstand beschloss, die Glockengießerei Rincker in Sinn/Dillkreis mit dem Guss zu beauftragen. Durch Spenden wurden rund 7.000 DM von den Gesamtkosten in Höhe von rund 17.000 DM aufgebracht. 6.000 DM zahlt die Gemeinde Grevenkop für die Befreiung von der Verpflichtung, ein während der Notzeit ausgebeutetes Torfloch wieder aufzufüllen.

Am Sonntag Judica werden die Glocken von Steinburg her auf dem bekränzten Wagen des Bauern Peter Magens, von Reitern begleitet, eingeholt. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, die kleine Uhrschlagglocke begrüßt die großen Schwestern. Zum Schluss der Feier auf dem geschmückten Markt erklingt der Choral: „Nun danket alle Gott“.

Nach gelungener Montage findet am Ostersonntag durch Pastor Graumann die Weihe der Glocken statt. Der Propst hält die Predigt. Tief bewegt vernimmt die Gemeinde zum ersten Mal den wundervollen Klang des neuen Geläutes.

Die große Glocke heißt, getreu alter Kremper Tradition „Maria“. Die Inschrift kündet: „Gott allein die Ehre!“

Die Kleinere trägt zur Erinnerung an die Toten der Kriege und zum Trost für die Lebenden die Worte: „Er wird den Tod verschlingen ewiglich“.

Die Glocken klingen mit dem Schlagton cis‘ - e‘ (kleine Terz).

Die gründliche Klanganalyse hat ergeben, dass beide Glocken als vorzüglich gelungen bezeichnet werden können.

Die endgültige Lösung des Kirchenbauproblems 1962-1968

Die Sicherungsmaßnahmen, die in den 30er-Jahren die baulichen Verfallserscheinungen an der Kirche hatten aufhalten sollen, hatten sich als unzureichend erwiesen. Die Schäden nehmen erschreckend zu. Teile der Kirche senken ab, Mauerrisse erweiterten sich, neue kamen hinzu. Besonders im Winter war die Benutzung der Kirche nicht mehr möglich. Der Gottesdienst musste in den Gemeindesaal verlegt werden, der nur einer beschränkten Zahl Besuchern Platz bietet. Der Kirchenvorstand sah sich vor die Aufgabe gestellt, für eine dauernde Abhilfe zu sorgen. Zwei Möglichkeiten boten sich an: die Erhaltung und umfassende Instandsetzung des alten Gebäudes oder ein wirtschaftlicherer Neubau mit vorausgehendem kostspieligen Abriss. Jahrelang wurde innerhalb und außerhalb des Kirchenvorstandes, in der Presse und in den interessierten Ämtern diskutiert und um die beste Lösung gerungen. Die berechneten Kosten hielten sich für beide Möglichkeiten die Waage, konnten aber nicht den Ausschlag geben.

Schließlich gewann die auch vom Landesamt für Denkmalspflege und von der Bauabteilung des Landeskirchenamtes gestützten Argumente für die Erhaltung und Sicherung der kunsthistorisch wertvollen Heilmann-Hansen-Kirche die Oberhand. Im Januar 1965 fasste der Kirchenvorstand, nachdem langwierige und diffizielle Vorarbeiten und Analysen vorausgegangen waren, einstimmig den Beschluss, die im Kirchenbau erfahrenen Hamburger Architekten Sandtmann & Grundmann mit der Renovierung und Sanierung der Kirche zu beauftragen. Zur Bedingung machte der Kirchenvorstand, dass die erneuerte Kirche den Erfordernissen der heutigen Zeit entsprechen und in ihrem Gebrauchswert einen Neubau gleichkommen müsste.

Im Oktober 1965 wurde mit den Gründungsarbeiten begonnen. Nach 2 1/2-jähriger Bauzeit konnte am 5. Mai 1968 der derzeitige Propst der Propstei Münsterdorf, Dr. Arthur Noffke, in Anwesenheit von zahlreichen geistlichen und weltlichen Ehrengästen und einer ca. 500-köpfigen Gemeinde das Gotteshaus wieder weihen.

Als charakteristisch für die im Geist des Klassizismus erbaute und nun restaurierte Kirche kann die „sakrale Achse“ Kanzel-Altar-Taufe und das ihr zugeordnete gesammelte Gestühl sowie die neu ausgebildete Sakristei gelten, die nun nicht mehr Abstellraum-Atmosphäre hat, sondern echter Seelsorgearbeit dienen kann.

Die Ehrung der Kriegstoten ist in der Turm-Halle zusammengefasst. Eine neuzeitliche Öl-Luftheizung sorgt für gleichmäßige Erwärmung.

Die Turmuhr-Anlage ist auf elektr. Betrieb umgestellt. Die unter der Leitung und der Mitarbeit eines Kirchenältesten neugestalteten Außenanlagen lassen die schönen Maße des Baues dem Beschauer noch deutlicher als früher vor Augen treten. Auch den Erfordernissen des Verkehrs wurde durch Erstellung eines Parkplatzes Rechnung getragen.

Heute bietet das Kremper Gotteshaus die beiden Voraussetzungen für die Entfaltung des gottesdienstlichen Lebens. Mögen sie von der Gemeinde auch genutzt werden!


1977

Die Orgel, die einige Jahre nach dem Kirchenneubau von 1832 eingebaut wurde, war zur Zeit der Renovierung 1965 völlig vom Wurm zerfressen, so dass sie nur noch entsorgt werden konnte. Eine neue Orgel musste erst einmal auf sich warten lassen.

Zunächst wurde ein Orgel-Positiv angeschafft, erst 1977 konnte eine neue Orgel geweiht werden, die von der Fa. Weigle aus Echterdingen/ Süddeutschland einschließlich Prospektgestaltung erbaut wurde. Die neue Orgel verfügt über 16 Register und insgesamt  1.116 Pfeifen, einem Hauptwerk, einem Brustschwellwerk und einem Pedalwerk. Zum 175. Kirchenjubiläum am 11. November 2007 konnte der neue Zimbelstern, zum Lobe Gottes geweiht werden.

1995 - 1997                    

Witterungsschäden im und am Turm der Kirche waren nicht mehr zu übersehen. 1995 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen, auch das Zifferblatt der Turmuhr wurde erneuert. Im Februar des folgenden Jahres wurden die Arbeiten abgeschlossen.

Auf Wunsch vieler Gemeindeglieder wurde 1996 der Mittelgang mit Hilfe von Spendengeldern wieder hergestellt. Zunächst wurde er mit Holz ausgelegt und gestrichen und sollte später, wenn die notwendigen Gelder zusammenkommen, wieder mit Fliesen ausgelegt werden. 1997 konnten schon einmal die Fliesen gekauft werden, um einer Teuerung zuvor zu kommen.

1999                                                                                                                   Neben Pastor Wehrmann wurde Pastor Bruhn für eine halbe Stelle angestellt. Pastor Wehrmann ging Mitte 2000 in Pension, Pastor Bruhn übernahm dann die ganze Pfarrstelle. Allerdings konnte Pastor Bruhn nicht in das frei gewordene Pastorat einziehen, ehe dies nicht renoviert war.

Der provisorisch mit Holz ausgelegte Mittelgang konnte nun endlich mit Fliesen ausgelegt werden.

2000                                                                                                                   Im September verließ die Kantorin Irmtraud Gloy nach 12 Jahren erfolgreicher Arbeit ihr Amt. Organist Tord Siemen aus Wilster übernahm seit Oktober 2000 die frei gewordene Stelle.

2003                                                                                                                        Seit Ende des Jahres ist das Pastorat im Besitz einer Familie aus Nordrhein-Westfalen. Schon seit zwei Jahren versuchte die Kirchengemeinde das alte Pastorat zu verkaufen. Eine Renovierung wäre zu kostspielig geworden, ein Neubau ebenfalls.

2004                                                                                                                        Zum Ostergottesdienst wurde auch das 50-jährige Glockenjubiläum gefeiert. Organist Hartwig-Barte-Hanssen komponierte für dieses Ereignis ein Musikstück für die beiden Glocken „Maria“ und „Antonius“ unter dem Namen: »Les cloches de St. Pierre«. Das kleine Werk wurde von unserem Organisten Tord Siemen aufgeführt und mit viel Beifall bedacht.

Eine Sensation stellte das Auftauchen einer Abendmahlskanne beim Auktionshaus “Sotherby” in Amsterdam dar. Die Kanne sollte am 17. Mai versteigert werden und stammt offensichtlich aus der Kirche in Krempe und trägt eine Gravur aus dem Jahre 1707. Nach Kontakt mit Sotherby’s erreichte man, dass die Kanne aus dem Angebot zur Versteigerung herausgenommen wurde, nun musste sie nur noch bezahlt werden. Die geforderte Geldsumme wurde erst einmal von der Kirche vorgestreckt, durch Spenden kam die Summe letztendlich zusammen.

Bei einer Kirchenbegehung im November wurde Hausschwammbefall festgestellt. Der Hausschwamm hatte sich hauptsächlich im Holz der Emporen ausgebreitet. Eine umfassende Untersuchung soll das genaue Ausmaß feststellen.

2005                                                                                                                        Anfang des Jahres war die Fa. Joseph mit der Aufgabe betraut, den Hausschwamm aufzuspüren. Die Kirche stand in den ersten drei Monaten für Gottesdienste nicht zur Verfügung. Gottesdienste fanden im Gemeindehaus statt. Die Emporen wurden mit Plastikplanen abgehängt, die Fliesenfußböden mit OSB-Platten ausgelegt. Es wurde festgestellt, dass tragende Balken ausgewechselt werden müssen. Ein Schadensgutachten wurde erstellt. Ab April und zu Ostern fanden die Gottesdienste wieder in der Kirche statt. Die Konfirmationen allerdings mussten in Süderau stattfinden.

Im Juli wurden die Untersuchungen über den Befall durch den Hausschwamm abgeschlossen. Für die Sanierung wurde eine Summe von 750.000 € genannt. Die Finanzierung stand noch nicht fest, zu Spenden wurde verstärkt aufgerufen.

Im September wurde mit einem Aktionstag für Spenden geworben, mit Orgelmusik und Gulaschsuppe Gemeindeglieder über den Zustand der Kirche informiert.

2006                                                                                                                        Seit Januar wurde mit mehreren Orgelkonzerten für die Sanierung der Kirche gesammelt.

Die Gottesdienste fanden trotz eingeschränkten Platzangebotes weiterhin statt, auch der Weltgebetstag der Frauen und die goldene Konfirmation wurden durchgeführt; nur die Konfirmationen wurden wieder in Süderau gefeiert.

Ab Juni wurde die Kirche für die Sanierung ganz gesperrt. Die Marktmusik wurde in Süderau weitergeführt. Das Erntedankfest fand auf dem Hof Schwartkop in der Scheune statt.

Einen Tag der offenen Kirche gab es am 11. November. Interessierte Gemeindeglieder konnten den Fortgang der Restaurierung besichtigen und sich bei einer warmen Suppe bzw. Kaffee und Kuchen informieren.

Gottesdienste wurden in der Aussegnungshalle (Friedhofskapelle) gefeiert.

2007                                                                                                                        Die Konfirmationen fanden wieder in Süderau statt. Der Gildegottesdienst wurde, wie im Vorjahr, im Festzelt auf dem Marktplatz gefeiert.

Im Juli wurde festgestellt, dass der Hausschwamm sich mehr ausgebreitet hatte als vermutet; die veranschlagten Gelder reichen nicht aus. Um die höheren Kosten zu finanzieren, wurde ein multifunktionales Konzept für die Kirche ausgearbeitet. Gemeinderäume, Büro, Toiletten und Teeküche sollten nun in der Kirche untergebracht werden. Dafür sollte das Gemeindehaus veräußert werden. Man entschied sich, die Emporen auszubauen und sie mit Glasfenstern vom Kirchenschiff zu trennen, um auch ein separates Heizen zu ermöglichen. Ein Fahrstuhl wurde eingebaut, um Gehbehinderte die Möglichkeit zu geben, die Emporen zu erreichen. Nach Umbauplänen wurde die Sanierung unter Berücksichtigung der neuen Situation weitergeführt.

Anfang September begannen die Malerarbeiten, Im Oktober wurde die Orgel wieder aufgebaut und gestimmt.

Der feierliche Festgottesdienst mit Wiederweihe der Kirche fand am 11. November 2007 statt; dem Tag, an dem die Kirche vor 175 Jahren geweiht wurde.

Es war ein überwältigender Gottesdienst mit dem Einzug des Propsten, Pastor Bruhns und des Kirchenvorstandes. Unter den Klängen des eigens dafür von Hartwig Barte-Hanssen komponierten Fest-Introitus wurde der Festgottesdienst begonnen. Die Kirche war übervoll, viele Besucher mussten stehen.

Nach den Einweihungshandlungen des Propsten und dem Segenswunsch erklang die “Kremper Kirchweih-Kantate” für Soli, Chor und Orchester, komponiert von Hartwig Barte-Hanssen, der Text stammte von H. Torlitz aus Itzehoe, 1832 zur Kirchweihe geschrieben. Nach dem Gottesdienst und den Grußworten lud Pastor Bruhn zu einem Imbiss auf den Emporen ein.

Tipp:
Interessante Bilder zur Kremper “Heylmann/Hansen-Kirche” aus den vergangenen 100 Jahren finden Sie unter www.bildindex.de . Gehen Sie dort auf “Orte” - “Deutschland” - “K” - Krempe” - und dann klicken Sie auf “Sakralbau”.
               

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